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✍️ Von: Team BC1.NL
Der niederländische Blumenzwiebelanbau steht vor großen Veränderungen. Nachhaltigkeit ist keine Wahl mehr, sondern eine Notwendigkeit. Der gesellschaftliche Druck, umweltfreundlich zu produzieren, wächst, und die Branche bekommt es mit immer strengeren Vorschriften beim Pflanzenschutz und bei der Bodennutzung zu tun.
Nachhaltige Anbaumethoden mit sechs Betrieben getestet
Mit dem Abschluss der Untersuchung Duurzame Teelt van Tulp en Bijgoed (nachhaltiger Anbau von Tulpen und weiteren Blumenzwiebeln, Pilot 5) ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Blumenzwiebelanbau getan.
Dieser Pilot ist Teil des breiteren Praxisprogramms „Weerbaarheid in Praktijk“ (Widerstandsfähigkeit in der Praxis), unterstützt vom niederländischen Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei, Ernährungssicherheit und Natur (LVVN). Gemeinsam mit sechs zukunftsorientierten Blumenzwiebelbetrieben wurden in der Praxis verschiedene nachhaltige Anbaumethoden erprobt.
Praxisnahe Forschung durch die Betriebe selbst
Das Besondere an diesem Pilot ist die unmittelbare Beteiligung der Betriebe. Das Projekt startete mit vier Betrieben und wuchs im Laufe der Jahre zu einem Verbund von sechs Betrieben heran, die jeweils aus der eigenen Erfahrung heraus ein Stück des Puzzles bearbeiteten.
Widerstandsfähiger Anbau statt Bekämpfen
Ein wichtiger Ausgangspunkt im Projekt ist es, die Widerstandsfähigkeit des Anbaus zu erhöhen. Statt Symptome zu bekämpfen, wird nach der Ursache gefragt. Wie sorgt man dafür, dass die Pflanze kräftiger und widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge wird? Das verlangt eine andere Art zu denken und zu arbeiten. Es wurde mit verschiedenen Mitteln experimentiert, aber auch mit innovativen mechanischen Verfahren.
Die Betriebe merkten, dass der Erfolg solcher Methoden oft vom Zeitpunkt und von den Umständen abhängt. Nicht jeder Versuch brachte gleich das gewünschte Ergebnis.
Genau darin liegt aber die Stärke dieses Projekts, denn Erkenntnisse werden geteilt, Ergebnisse besprochen, und in den folgenden Saisons wird nachgebessert.
Die Tulpengallmilbe bleibt die größte Hürde
Ein drängendes Problem, auf das die Branche stößt, ist die Bekämpfung der Tulpengallmilbe. Durch verschärfte Vorschriften verschwinden viele gängige Mittel, während neue biologische Alternativen noch in Entwicklung oder unzureichend getestet sind. Der Druck auf die Betriebe ist dadurch groß.
Das ist auch für den Export von Bedeutung, denn Qualitätsverlust durch Krankheiten kann zu Reputationsschäden und zum Verlust von Kunden führen.
Mechanische Unkrautbekämpfung und Wissensaustausch
Auch bei der mechanischen Unkrautbekämpfung wurden Fortschritte erzielt. Verschiedene Maschinen wurden in der Praxis getestet.
Der Wissensaustausch ist eine Säule des Programms und findet auch auf Fachmessen, in Webinaren und bei anderen Zusammenkünften statt. Die Zusammenarbeit im Projekt wird von Partnern wie KAVB, Vertify, Artemis, Agrifirm-GMN, Agrodis, CNB und Tulpenadvies unterstützt.
Teilnehmende Betriebe in Pilot 5
- Apeldoorn Bloembollen
- Boon & Breg
- Huiberts Biologische Bloembollen
- Schouten Tulips / Eko-Flora
- J & T Bloembollen BV
- W.W. van Haaster & Zn.
Der Abschluss von Pilot 5 zeigt, dass praxisnahe Forschung, gemeinsam mit den Betrieben durchgeführt, ein tragfähiger Weg ist, um Innovationen in der Branche schneller und wirksam einzuführen. In der Reportage erzählen mehrere Teilnehmende dieses Pilots von ihren Erfahrungen.
Siehe auch:
Sustensos Durchbruch von Biogas zu Superfood
Die Zukunft des Blumenzwiebelanbaus


