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✍️ Von: Team BC1.NL
Ein Gespräch über den Wandel in den Niederlanden nach Corona
„Ich sitze in der Küche, am Küchentisch“, so beginnt das Gespräch über die Wirkung von Corona. Die Wirklichkeit fühlt sich unwirklich an, und viele suchen nach neuen Routinen. Rund dreißig Tage soll es dauern, bis man sich an eine neue Struktur gewöhnt hat. Umso wichtiger ist es, in dieser Zeit bewusst innezuhalten und zu fragen, wie wir mit Veränderung umgehen.
DRIFT und die Kraft der Resilienz
Derk Loorbach, Direktor von DRIFT (Dutch Research Institute For Transitions), erzählt, wie die Organisation mit der derzeitigen Lage umgeht. Trotz der plötzlichen Umstellung erweist sich DRIFT als resilient, denn vieles lief schon vorher online, und ein Teil der Mitarbeitenden war das Arbeiten zu Hause gewohnt. Eine Herausforderung bleibt es trotzdem, online Kontakt herzustellen und zur Co-Kreation anzuregen.
Vom Online-Umtrunk zum Transformationsgespräch
Was als Experiment begann, ein Online-Umtrunk zur Co-Kreation, hat sich zu einem wöchentlichen Transformationsgespräch entwickelt. Dort geht es um Fragen wie „Was bedeutet diese Krise eigentlich?“ und „Welche Chancen für positive Veränderung entstehen?“ Wer beitragen oder Ideen einbringen möchte, ist willkommen. Die Treffen finden jeden Freitag statt und stehen allen offen.
Unternehmen überdenken ihre Rolle in der Gesellschaft
Die Coronakrise bringt Unternehmen dazu, anders auf ihre Kernwerte zu schauen. Gesellschaftlicher Wert, Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit rücken stärker in den Vordergrund. Loorbach sieht darin eine Bewegung, die schon länger läuft und die von Verbrauchern wie von politischen Entscheidern zusätzlich angetrieben wird. Die Krise verstärkt diesen Trend und fordert dazu heraus, über die Gewinnmaximierung hinauszudenken.
Erwartete Überraschungen zeigen, warum Systemwandel nötig ist
Die Transformationsforschung spricht von „erwarteten Überraschungen“. Ist ein System nicht mehr tragfähig, folgen unweigerlich Schocks. Denken Sie an die Erdbeben in Groningen oder die Luftverschmutzung durch Dieselautos. Solche Ereignisse sind Auslöser, die einen Systemwandel in Gang setzen. Die Frage ist, wie wir ihnen vorausschauend begegnen.
Vorwärts stolpern: eine neue Sicht auf Krisenmomente
Loorbach plädiert dafür, nicht zur alten Normalität zurückzukehren, sondern „vorwärts zu stolpern“. Eine Krise ist der Moment, sich auf Transformation einzulassen. Dafür braucht es Vertrauen: in Alternativen, in Unternehmer, in Investoren. Wächst dieses Vertrauen, lassen sich tatsächlich neue Strukturen aufbauen.
Tipps für Unternehmer: Zeit für Reflexion und Neuausrichtung
Loorbach ruft Unternehmer dazu auf, diese Zeit des Stillstands zu nutzen. Schauen Sie sich um, suchen Sie das Gespräch und prüfen Sie, welche anderen Zukünfte für Ihre Organisation denkbar sind. Das alte Modell, immer nur zu wachsen und effizienter zu werden, hat seine Grenzen erreicht. Jetzt ist der Moment, den eigenen Wandel zu beginnen.
Siehe auch:
Am Küchentisch im Gespräch mit Ilja Werkhoven
Das neue Arbeiten 2020


