🎬 Multilingual subtitles
✍️ Von: Team BC1.NL
Auto aus Flachs und Zuckerrüben
Studierende der Technischen Universität in Eindhoven haben das allererste wirklich nachhaltige Auto der Welt entwickelt. Für die Karosserie haben sie keinen Stahl verwendet, sondern Flachs und Zuckerrüben. Mit diesem Auto wollen sie das Bewusstsein für den Produktionsprozess von Autos schärfen. Denn ein nachhaltiges Auto muss nicht nur beim Fahren nachhaltig sein, sondern auch bei der Herstellung.
Woraus ist das Auto gemacht?
Das ganze Chassis und die Karosserie bestehen aus der Flachspflanze. Das Chassis ist aus Sandwichplatten aufgebaut, also aus einem Kernmaterial, das beidseitig mit einem anderen Material belegt ist. Die Außenseite ist ein Biokomposit aus Flachsfasern, die mit Polypropylen verbunden sind; an seiner Entwicklung war das Team selbst beteiligt. Dazwischen sitzt ein Kern aus biologisch abbaubarem PLA, vollständig aus Zuckerrüben hergestellt. Weil zwischen den Platten Abstand bleibt, erhält das Auto eine hohe Steifigkeit.
Warum Flachs und kein Stahl oder Kohlefaser?
Weil Flachs den schweren Stahl ersetzen kann, der jetzt viel verwendet wird, aber auch die leichteren Materialien Aluminium und Kohlefaser. Mit diesen leichteren Materialien fährt man zwar effizienter, ihre Herstellung kostet aber fünf- bis sechsmal mehr Energie als die von Stahl.
Wie ist das Auto aufgebaut?
Aus lauter großen, geraden Platten dieses Materials. Sie sind so zugeschnitten, dass sie sich wie ein Puzzle zusammensetzen lassen.
Batterien nach Bedarf mitnehmen und bereit für Carsharing
Beim Entwurf des Autos wurde mehreren neuen Entwicklungen Rechnung getragen. So kann der Fahrer vor jeder Fahrt ausrechnen, wie viel Batteriekapazität er braucht, und danach entscheiden, ob er mehr oder eher weniger Batterien mitnimmt. Außerdem lässt sich das Auto in moderne Carsharing-Programme einbinden, denn in den Türen sitzen NFC-Lesegeräte. So bekommen bestimmte Nutzer Zugang zu einem Auto. Die Navigation kennt dann sofort das Zuhause und den Arbeitsplatz, und sogar die Lieblingsplaylist kann zum Abspielen bereitstehen.
TU/ecomotive baute vorher die Isa und die Nova
Jedes Jahr arbeiten an der Technischen Universität in Eindhoven neue Studierende am ecomotive-Projekt. In den Jahren davor entstanden die Isa und die Nova, im vergangenen Jahr die Lina. Wer dieses Auto mit eigenen Augen sehen möchte, sollte die Website der Studierenden im Blick behalten, denn dort steht, bei welchen Veranstaltungen sie ihr Konzeptfahrzeug einem größeren Publikum zeigen. Im nächsten Jahr wird eine neue Gruppe von Studierenden die Herausforderung annehmen, einen Nachfolger für die Lina zu entwickeln.
Siehe auch: Nachhaltige Mobilität mit LEF®


