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✍️ Von: Team BC1.NL
Beim Hoogheemraadschap Hollands Noorderkwartier, einem niederländischen Wasserverband, haben wir Yede van der Kooij von Wetterskip Fryslân und Erik Pijlman von KNN Cellulose interviewt. Die beiden erzählten von den vielen Möglichkeiten, die Abwasser bietet.
Warum holt ein Wasserverband Toilettenpapier aus der Kanalisation?
Wasserverbände reinigen Abwasser und haben mit Asphalt nichts zu tun. Aber in diesem Abwasser stecken viele Rohstoffe. Genau dafür wurde die Energie- en Grondstoffenfabriek gegründet, eine Denkfabrik und ein Netzwerk, das diese Rohstoffe herausholen will. Phosphat zum Beispiel, aber auch Toilettenpapier. Holt man es vorher heraus, kostet die Reinigung weniger Energie, denn es muss nicht mehr abgebaut werden. Und macht man danach noch etwas damit, ist es kein Abfallstoff mehr, sondern ein Rohstoff.
Wie kommt Papier in den Asphalt?
Im Projekt „Van Afval Naar Asfalt“, also vom Abfall zum Asphalt, sind zwei große Bereiche der niederländischen Wirtschaft miteinander verbunden worden: der Wassersektor und der Tiefbau. Das Siebgut, das aus dem Abwasser kommt, besteht zu etwa 70 Prozent aus Zellulose. Diese wird so aufbereitet, dass sie als Produkt im Asphalt verarbeitet werden kann.
Was macht Zellulose im Asphalt?
Es klingt seltsam, Papier im Asphalt, aber die Asphaltindustrie verwendet ohnehin schon Zellulose. Asphalt ist ein Gemisch aus Bitumen und Gesteinskörnung wie Steinen und Sand, und dazu braucht es einen Stabilisator. Dafür wird heute frische Zellulose verwendet, direkt vom Baum, oder Kieselgur, ein mineralischer Rohstoff. Beides lässt sich durch gebrauchtes Toilettenpapier ersetzen. Dieses gewinnt damit zusätzlichen Wert, denn Toilettenpapier wurde oft schon einmal recycelt. Wird es noch einmal verwendet, müssen dafür keine weiteren Bäume fallen.
Die Energie- en Grondstoffenfabriek sucht neue Rohstoffe
Yede van der Kooij erzählt, die Energie- en Grondstoffenfabriek sei aus den Wasserverbänden heraus gegründet worden. Dort untersucht ein Team von Fachleuten der Wasserverbände, was sich mit den verschiedenen Stoffen anfangen lässt, die bei der Abwasserreinigung anfallen. Zum Beispiel prüft es, ob sie sich als neue Rohstoffe oder als Energiequelle wiederverwenden lassen. So wird unter anderem am Recycling von Windeln geforscht und an der Umwandlung von Glukose zu Biokunststoffen.
Van Afval Naar Asfalt verbindet Unternehmen und Wasserverbände
Erik Pijlman erzählt stolz vom Projekt „Van Afval Naar Asfalt“, kurz VANA. KNN Cellulose spielt dabei eine wichtige Rolle und stellt die Verbindungen zwischen der Wirtschaft und den Wasserverbänden her. Yede van der Kooij erklärt begeistert, warum es so wichtig ist, dass Toilettenpapier aus dem Wasser geholt wird, und wie es sich hervorragend als neuer Rohstoff im Asphalt einsetzen lässt.
Gesucht: Unternehmen, die diese Rohstoffe nutzen wollen
Deutlich wird vor allem, dass dringend Unternehmen gesucht werden, die die Rohstoffe nutzen wollen, die die Wasserverbände liefern können. Mit einer solchen Zusammenarbeit ist ein guter Schritt hin zur Kreislaufwirtschaft getan.


