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✍️ Von: Team BC1.NL
Der Verlust der Artenvielfalt ist eines der Umweltthemen, an denen wir alle arbeiten müssen. Natürlich wird viel debattiert und viel geforscht, aber es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Oder gibt es schon Lösungen, die wir auch wirklich einsetzen können? Die Antwort lautet ja. Wir können zum Beispiel stärker auf eine Form der Landwirtschaft setzen, die dem Verlust der Artenvielfalt entgegenwirkt.
Ökosystemleistungen sind die Bienen und Fliegen auf dem Acker, und die schicken keine Rechnung
Naturlandwirtschaft ist eine Form der Landwirtschaft, die, wie der Name schon sagt, der Natur nahesteht und mit ökologischen Prinzipien arbeitet. Das klingt nach einer Lösung, für die sich mancher Landwirt begeistern wird.
Nur ist es natürlich nicht so einfach. Denn wer als Naturlandwirt arbeitet, nutzt Ökosystemleistungen, die die Natur selbst bietet: Insekten, Vögel oder andere Tiere wie zum Beispiel Schafe. Unser Wirtschaftssystem ist allerdings so beschaffen, dass sich das nur sehr schwer einpreisen lässt, und genau da liegt das Problem.
Ackerkräuter zwischen dem Getreide ziehen Bienen, Hummeln und Vögel an
Durch die Monokultur und die intensive Landwirtschaft steht auf den meisten Agrarflächen nur noch eine einzige Kultur. Glücklicherweise sehen wir heute immer öfter einen Blühstreifen mit wilden Wiesenblumen am Feldrand. Es geht allerdings auch anders. Der Naturlandwirt Marcel van Silfhout von der Stiftung „Graangeluk“ hat Ackerkräuter zwischen seinem Getreide stehen. Warum? Früher wuchsen zwischen dem Getreide immer Ackerblumen. Darauf kamen viele Bienen, Hummeln und allerlei andere Insekten, und dadurch waren auch viele Vögel rund um die Getreidefelder zu finden. Das sorgt für ein natürliches Ökosystem.
„Dieses Ökosystem, das will ich wieder zurück, denn damit hat man wieder eine Anreicherung des Bodenlebens, man bekommt wieder Fruchtbarkeit, man kann hier seine regionalen Lebensmittel absetzen“, sagt Marcel. Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel braucht er dadurch nicht.
Alte regionale Getreidesorten wie Dinkel und Schwarzer Emmer gedeihen am Veluwezoom
Marcel wirtschaftet in einem Gebiet rund um Wageningen, Renkum und Bennekom, dem Veluwezoom.
Auf seinen Getreidefeldern findet man alte regionale Sorten wie Aalter Rispenhafer, Veluwer Kriechroggen, Dinkel, Schwarzen Emmer, Roten Emmer, Grauen Brabanter Sandbuchweizen und Sommergerste. Diese Getreidesorten gedeihen hier sehr gut, weil es ein jahrhundertealtes Ackerbaugebiet ist.
Ein Schäfer mit Hund treibt die Herde zum Beweiden von Fläche zu Fläche
Um der alten Art der Landwirtschaft wirklich gerecht zu werden, arbeitet Marcel auch mit gehüteten Schafherden. Im Interview erklärt er, was es damit genau auf sich hat.
Siehe auch:
Ohne Kreislaufwirtschaft keine dauerhafte Rentabilität


